47. Österreichischer Chirurgenkongress

Österreichische Gesellschaft für Chirurgie
u
nd assoziierte Fachgesellschaften

15. - 17.06.2006 Wien, Österreich 

Kongressprogramm (PDF) 

Ort: Wien-Museumsquartier

Leitthema: "Evidence-based surgery and beyond..."

Kongresspräsident/wissenschaftliche Leitung:
o. Univ.-Prof. Dr. R. JAKESZ
Universitätsklinik für Chirurgie, Allgemeines
Krankenhaus Wien

Kongressorganisation:
Wiener Medizinische Akademie, Frau Mag. Birgit Kamolz,
Alser Straße 4, A-1090 Wien,
Tel. +43 1 405 13 83-11, Fax +43 1 407 82 74
E-Mail: b.kamolz@medacad.org

Fachausstellung:
Medizinische Ausstellungsund Werbegesellschaft
Freyung 6, A-1010 Wien
Tel.: (+43/1) 536 63, Fax: (+43/1) 535 60 16
e-mail: maw@media.co.at

 47kongress

Evidence-based surgery and beyond

Ein Bericht über den 47. Österreichischen Chirurgenkongress
 

Von 15. bis 17. Juni 2006 hat der 47. Österreichische Chirurgenkongress im Wiener Museumsquartier stattgefunden. Als Veranstaltungsort für den Kongress mit dem Titel „evidence-based surgery and beyond“ haben wir ganz bewusst einen Ort ausgesucht, der Traditionelles (evidence-based…) mit Zukunftsweisendem (…and beyond) verbindet und dem Kongress einen spannenden Rahmen verleiht. Daher haben wir keine Mühe gescheut, mit den drei Betreibern (Museumsquartier, Leopoldmuseum und MuMoK) auf einen grünen Zweig zu kommen, um den letztlich 962 Besuchern des Kongresses auch die gewohnte Qualität bieten zu können. Wie wir erfahren haben, machten zahlreiche Kongressbesucher gerne vom freien Eintritt ins MuMok und ins Leopoldmuseum Gebrauch.

Das bauliche und künstlerische Ambiente hat in Verbindung mit dem strahlenden Wetter eine spannend urbane, irgendwie auch mediterrane und für uns unvergessliche Stimmung vermittelt. Im Hof gab es eine reizvolle Durchmischung von Kongressbesuchern, Studenten, Stadtflaneuren und Museumsgästen. Leider hatte das prachtvolle sonnenschwangere Wetter die Stimmung (und vor allem das Klima) im Ausstellungszelt im wahrsten Sinne des Wortes stark angeheizt, aber die Vertreter der Industrie haben sehr wacker durchgehalten. Viele Kongressbesucher haben sich nicht von der Temperatur abhalten lassen, sich über die neuesten Produkte zu informieren.
Insgesamt konnten die Teilnehmer zwischen 386 Vorträgen, die in hoher Qualität geboten wurden, wählen. Die diversen Tochtergesellschaften haben zum Großteil die insgesamt 57 Sitzungen mitgestaltet und dadurch Gelegenheit, ihre Themen abzuhandeln. Die 102 Poster hingen zum Teil in reizvoller Nähe zu beispielsweise Klimts „Tod und Leben“.

Als Impuls für künftige Entwicklungen in der Chirurgie waren namhafte national und international reputierte Redner eingeladen, ihre Einschätzung der künftigen Forschungsentwicklung darzulegen. Neben diversen wissenschaftlichen Schwerpunkten waren auch sehr aufschlussreiche Veranstaltungen zu Themen wie Ausbildung, Spezialisierung oder etwa Therapiebegrenzung mitzuerleben. Beim Thema Ausbildung erfuhren die Mitglieder des Aktionskomitees der Gesellschaft eine sehr positive Beurteilung durch namhafte Vertreter der Deutschen Gesellschaft. Die Ausbildungsnovelle in Deutschland hat einige negative Erfahrungen nach sich gezogen. Die anders konzipierten österreichischen Pläne wurden von den deutschen Kollegen sehr positiv bewertet. Vor allem wurde die Notwendigkeit unterstrichen, die Bezeichnung „Allgemeinchirurgie“ unbedingt beizubehalten, wie es in Österreich ja auch vorgesehen ist.

Aus gegebenem Anlass gelang es, kurzfristig eine Podiumsdiskussion zum Thema Ärztestreik an den Deutschen Universitäten mit deutschen (Botzlar, Büchler, Seiler) und österreichischen Diskutanten (Dorner, Hrabcik, Sungler) unter der Moderation des Kongresspräsidenten zu organisieren. Dabei ist deutlich zum Ausdruck gekommen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn die Anliegen der Ärzte ignoriert und heruntergespielt werden. Mittlerweile konnten die Verhandlungen einigermaßen erfolgreich beendet werden. Wie zu erwarten war, kam es in unmittelbarem Anschluss daran zu Streiks der außeruniversitären Spitalsärzte. Und es gibt gar nicht so wenige Parallelitäten zur Situation in Österreich. Die österreichische Politik sei durch die deutschen Ereignisse alarmiert. Die interessante Präsentation des Psychiaters und Ballonfahrtpioniers Bertrand Piccard bot eine faszinierende gesellschaftliche Abrundung am ersten Kongresstag, der schließlich beim Cocktail vor den Hofstallungen ausklang. Das Konzept des Kongresspräsidenten, die Industrie erstmals zu einer gemeinsamen Abendveranstaltung zu gewinnen, und das beim Chirurgenkongress mittlerweile obligat warme Sommerwetter machte einen herrlichen Sommernachtabend in der Orangerie in Schönbrunn möglich, wo Prof. Stift mit seiner „professionellen“ Big Band für musikalischen Schwung und geschickte Kleinkünstler für gelungene Unterhaltung sorgten.

Sehr berührend wurden vier neue Ehrenmitgliedschaften an Jörg Rüdiger Siewert, Franz Piza, Peter Brücke und Heinrich Brenner (Letzterer krankheitsbedingt durch seine Tochter vertreten) verliehen. Als wichtiger Bestandteil des Kongresses konnten auch heuer wieder einige Preise verliehen werden. Der Billrothpreis wurde aufgrund der hochkarätigen Einreichungen doppelt an Dr. Markus Klinger (MUW) und Dr. Robert Öllinger (MUI) vergeben. Der heuer erstmals ausgeschriebene ACO-ASSO Preis ging an Dr. Burghard von Rahden (PMU Salzburg). Dr. Peter Panhofer (MUW) erhielt den AMIC Preis für die beste Präsentation auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie, die Gesellschaft für Chirurgische Forschung prämierte Dr.Michael Bauer. Nicht zuletzt diese Preise, sondern vor allem auch die Leistungsschau der Universitätskliniken Heidelberg, TU München, Innsbruck, Graz und Wien haben gezeigt, dass die österreichischen Universitätskliniken auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Forschung sehr gut mit den großen deutschen Zentren mithalten können. Eine in diesem Zusammenhang sehr wichtige Initiative wurde den Kongressbesuchern bei der Vorstellung des sogenannten Studienzentrums durch Univ.Prof. Dr. A. Salat und Univ.Prof. Dr. S. Roka geboten, von dem man sich in Zukunft eine Erleichterung bei der Konzipierung und Durchführung multizentrischer Studien seitens der Muttergesellschaft erwarten darf.

In diesem Bericht seien auch die Aktivitäten des Editorial Boards der Zeitschrift „European Surgery/Acta Chirurgica Austriaca“, allen voran Univ. Prof. Dr. Franz Martin Riegler, zu erwähnen. In einer eigenen Veranstaltung gab es für potentielle Autoren eine interessante Informationsveranstaltung. Dank der Aktivitäten konnte bereits eine beachtliche Zitationsfrequenz erreicht werden, die aber noch nicht ausreicht, um ins Impactfaktor-Ranking aufgenommen zu werden. Wir wollen diese Gelegenheit nützen, alle publikatorisch aktiven Kollegen inständig aufzufordern, Arbeiten aus European Surgery zu zitieren (Hilfe dazu bei franz.riegler@meduniwien.ac.at oder sebastian.roka@ meduniwien.ac.at, http://www.springer.at/index.jsp). Dank des großen Einsatzes von Fr. Szinicz und der Fa. Olympus gelang es diesmal, einen Workshop „Minimalinvasive Chirurgie – Verlagerung der Lernkurve vor den OP“ für junge Assistenten abzuhalten. Der Fortbildungsaufgabe des Kongresses wurde auch durch die Abhaltung von exzellent vorbereiteten „meet the expert sessions“ zu den Themen VAC, Leberchirurgie, Chirurgie beim Rektumkarzinom und Pankreaschirurgie Rechnung getragen.

Treffende und zum Nachdenken anregende Worte fand Lutz Braun – mittlerweile zur Tradition beim Kongress geworden - bei der Schlussveranstaltung mit seiner philosophischen Abhandlung über das Kongressthema.

Schließlich wurde das nunmehr drehbare Steuerrad der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie an Univ. Prof. Dr. H.-J. Mischinger übergeben, der alle ChirurgInnen und die Angehörigen der angegliederten Fächer zum 48. Chirurgenkongress nach Graz unter dem Motto „Aus der Tradition offen für das Neue“ eingeladen hat.

Es ist der treuen Unterstützung durch die Industrie zu danken, dass auch dieser Kongress trotz der exquisiten und daher teuren Location finanziell für die Gesellschaft erfolgreich war, in besonderer Weise sind an dieser Stelle die vier hervorragenden Satellitensymposien durch die Sponsoren Astra-Zeneca, Pfizer, Roche und Sanofi-Aventis hervorzuheben. Letztlich gilt unser Dank einer Reihe von Menschen, die mit Engagement und Herzblut diesem Kongress zum Erfolg verholfen haben. An dieser Stelle sei Fr. Mag. Kamolz (MAW), Fr. Ecker (Sekretariat ÖGC), unserem Generalsekretär Prof. Rudolf Roka und Hrn. Mag. Thomanek (MUW) im Speziellen und den unterstützenden Firmen im Allgemeinen ganz besonders gedankt.

R. Jakesz; Präsident
P. Dubsky, G. Prager, J. Zacherl; Kongresssekretäre

 

Fotos

  Verleihung des Theodor-Billroth-Preises 2006 an Dr.Markus Klinger, Wien klinger2006billrothpreisklein
 

 



 

  Verleihung des Theodor-Billroth-Preises 2006 an Dr.Robert Öllinger, Innsbruck oellinger2006billrothpreisklein

 

 

 

 

 

Frau Dr.Pia Stergar-Brenner übernimmt die Ehrenurkunde stellvertretend für ihren Vater Prof.Dr.Heinrich Brenner 

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Herrn Prof.Dr.Peter Brücke (links)
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Der Präsident Prof.Jakesz (Mitte) gratuliert Herrn Prof.Dr.Franz Piza (links) zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft, rechts der Laudator Prof.Dr.F.Mühlbacherehrenmitglied06_pizaklein

 

 

 

 

Herr Prof.Dr.Dr.h.c.Jörg Rüdiger Siewert, München, (Mitte) wird zum Ehrenmitglied ernanntehrenmitglied06_siewertklein
 

 

 

 

 
   
   
   

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