Sodbrennen? Studiendaten belegen: Gegen Sodbrennen gibt es viele Möglichkeiten der Therapie

Der Mageninhalt ist in der Regel ätzend scharf. Spüren wir diese Schärfe in der Speiseröhre, sprechen wir von Sodbrennen. Dieses Gefühl einer von der Magengrube bis zur Mundhöhle aufsteigenden Schärfe kann vorhanden sein, lange bevor diese die Speiseröhre in Mitleidenschaft gezogen hat. Nicht nur die Speiseröhre leidet, wenn Mageninhalt, also Säure, Galleflüssigkeit und Nahrung hoch steigt, es leidet das ganze Lebensgefühl. Die Symptome der Refluxkrankheit führen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten, wie sie nur für psychiatrische Erkrankungen bekannt sind.

Es sind 20 bis 30 Prozent der erwachsenden Österreicher, die  regelmäßig mit dem Problem des Sodbrennens bzw. Hochrinnens vom saurem Speisebrei bis in die Mundhöhle zu kämpfen haben. Die Diagnostik  dieser Erkrankung kann mitunter ebenso langwierig und schwierig sein wie die Therapie selbst.  Die Symptome dieser Erkrankung  reichen vom klassischen Sodbrennen,  diesem brennenden Schmerz hinter dem Brustbein von der Magengrube bis zur Mundhöhle über das ungewollte Aufstoßen bzw. Hochrinnen von Mageninhalt bis hin zu asthmaähnlichen Beschwerden, Heiserkeit und häufigen Entzündungen der Stimmbänder.  Reflux gilt auch als Hauptursache für das Auftreten von Speiseröhrenkrebs, der sich in den vergangenen Jahrzehnten vervierfacht hat. Anlass genug für die  Österreichische Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) vermehrt auf Möglichkeiten der chirurgischen Methoden aufmerksam zu machen, diese Krankheit besser zu therapieren.

Die chirurgische Therapie verspricht rasche und effiziente Besserung

Die medikamentöse Therapie mit Säureblockern lindert bzw. beseitigt in der Akutphase die Beschwerden. Sie kann natürlich auch als Dauertherapie eingesetzt werden. Für alle Patienten, die eine medikamentöse Dauertherapie benötigen, stehen jedoch auch chirurgische oder endoskopische Verfahren zur Auswahl. Alle bisher durchgeführten Untersuchungen, die die Wirksamkeit der chirurgischen Therapie mit der Medikamenteneinnahme verglichen haben, zeigen ein völlig einheitliches Bild: Bis zu einem Zeitrahmen von 5 Jahren ab Therapiebeginn bzw. Operation sind beide Behandlungsformen gleich zu bewerten.

Auf lange Sicht jedoch, d.h. über 5 Jahre hinaus, zeigen sich leichte Vorteile für die chirurgische Therapie. Diese ist schon seit vielen Jahren standardisiert und wird in Abhängigkeit von der Art der gebildeten Magenmanschette Fundoplikatio nach Nissen oder Toupet benannt. Bei diesen operativen Eingriffen wird in Schlüssellochtechnik, also laparoskopisch, eine Art Manschette aus dem oberen Teil des Magens um die Speiseröhre geformt, um die Schließfunktion des Muskels zwischen Speiseröhre und Magen zu verbessern. Der Eingriff dauert grob eine Stunde, Sodbrennen sollte ab der Operation für den Patienten dann Geschichte sein.

Im Prinzip folgt der Eingriff der Idee, die Schließfunktion zwischen Magen und Speiseröhre zu verbessern. Wenn auch die Verfahren nach Nissen oder Toupet als die Standardverfahren gelten, geht die Entwicklung der Chirurgie auch auf diesem Gebiet weiter. So wurden gerade in den letzten Jahren Methoden entwickelt, die ähnlich gute Ergebnisse erzielen und für die Patienten noch weniger invasiv sind wie die bekannten laparoskopischen Verfahren. Als rein chirurgisch laparoskopische Methode ist dabei das Magnetband zu nennen, das anstelle eines Magenteils um die Speiseröhre bzw. den Mageneingang gelegt wird. Dabei werden Magnetplättchen wie eine Perlschnur in Schlüssellochtechnik um die Speiseröhre gelegt, damit ein Rückfluss von Mageninhalt nicht mehr stattfinden kann.

Noch weniger beeinträchtigend ist eine endoskopische Methode, Endoplikator genannt, bei der im Rahmen einer Magenspiegelung in Narkose eine Manschette von innen mit einer Art Nährgerät hergestellt wird. Mit beiden Verfahren werden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt.

Ungeachtet neuer chirurgischer Möglichkeiten, die Refluxerkrankung zu kurieren sollte man auf seine Ernährungsgewohnheiten achten und bestimmte säurefördernde Speisen wie Süßes, Fettes und allzu Scharfes meiden. „Wer regelmäßig unter Sodbrennen leidet, sollte sein Leiden per Magenspiegelung abklären lassen und mit einem Facharzt für Chirurgie weitere Therapieoptionen besprechen, “ rät  aus seiner langjährigen Erfahrung Univ. Prof. Dr. Rudolph Pointner. 

Universitätsprofessor Dr. Rudolph Pointner  ist Primarius  und Leiter der Allgemeinchirurgie am Krankenhaus in Zell am See. Er ist  Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC).  Diese repräsentiert als Dachverband mit 18 assoziierten medizinischen Fachgesellschaften und  sechs Arbeitsgemeinschaften, die die Vielfalt des Faches der Chirurgie verdeutlichen. Die medizinische Disziplin, die laufend eine Spezialisierung erfahren hat und sich der wissenschaftlichen Fortbildung , Innovation und der höchsten medizinischen Qualität verpflichtet hat. Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) wurde 1958 gegründet.

PCS: Arbeiten Prof. Pointner: Pressebericht Sodbrennen

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