Oftmals sitzt das Risiko zum Schlaganfall in der Halsschlagader

Jährlich erleiden in Österreich geschätzte 20.000 Menschen einen Schlaganfall. Etwa 80% werden durch eine regionale Durchblutungsstörung des Gehirns hervorgerufen, davon wiederum etwa ein Drittel durch eine Verengung der Halsschlagader.

Die Halsschlagader sitzt hinter dem Kopfmuskel des Halses. Sie führt durch die Schädelbasis ins Gehirn und versorgt es mit Blut. Sie heißt Carotis - zu deutsch „schlafbringende“ Arterie - weil eine Störung des Blutzuflusses, zum Beispiel durch einen Schlag, dem Menschen das Bewusstsein raubt. Entsprechend gefährlich ist eine Verengung oder ein Verschluss der Halsschlagader.
 

Die Ursache liegt oft im „ungesunden Lebensstil“

Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte sind typische Risikofaktoren für diese Gefäßverengungen, die bis zum völligen Verschluss des Gefäßes mit kompletter Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn führen können.

Schon seit Jahrzehnten hat sich die operative Eröffnung verengter Gefäße im Bereich der Halsschlagader etabliert und stellt heute den Goldstandard für die Therapie höhergradiger Verengungen der gehirnversorgenden Gefäße dar. „Durch konsequente Weiterentwicklung der Operationsmethode, aber auch durch schonendere Narkoseverfahren und zusätzliche medikamentöse Therapien konnten wir das Operationsrisiko in den letzten Jahren kontinuierlich senken“, erklärt Primar Dr. Wolfgang Wandschneider von der Abteilung für Herz-/Thorax- und Gefäßchirurgie am Landeskrankenhaus Klagenfurt. „Das kombinierte Risiko für Mortalität plus Schlaganfall liegt heute in spezialisierten Zentren bei unter 2 %“, so Prim. Wandschneider.

In der Regel nimmt eine Carotis-Operation zwischen einer und drei Stunden in Anspruch. Je nach Alter und Verfassung des Patienten kann die Operation in Narkose oder auch unter lokaler Anästhesie durchgeführt werden. Während der gesamten Operation wird unter anderem die Hirnleistung permanent überwacht. In den meisten Fällen kann der Patient schon nach 3 – 5 Tagen das Spital wieder verlassen.

 

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wesentlich

Wichtig aber ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem Team aus Gefäßchirurgen, Neurologen, Radiologen, Anästhesisten und dem betreuenden Hausarzt, auch um einerseits die Auswahl geeigneter Patienten, die exakte Diagnosestellung mit korrekter Graduierung der Gefäßverengung sowie andererseits die peri- und postoperative Betreuung sicherzustellen.

„Aus großen internationalen Studien wissen wir, dass die Beseitigung der Gefäßverengung im Bereich der Halsschlagader in den Folgejahren zu einer deutlichen Verringerung des Schlaganfallrisikos führt und dem Patienten damit das Schicksal eines Schlaganfalls mit Halbseitenlähmung, die häufig zur Invalidisierung dieser Menschen und nicht selten zum Tod führt, erspart werden kann“, erklärt der anerkannte Gefäßchirurg Dr. Wolfgang Wandscheider.


Mit Ultraschall zur Vorsorgeuntersuchung

Wie auch bei vielen anderen Erkrankungen ist die Vorsorgeuntersuchung – hier die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader - zur rechtzeitigen Diagnosestellung sehr wichtig, um präventiv therapeutische Schritte einleiten zu können. Daneben sollte durch Reduktion der oben erwähnten Risikofaktoren einer Gefäßerkrankung generell vorgebeugt werden, um Durchblutungsstörungen nicht nur im Versorgungsgebiet des Gehirns, sondern auch am Herzen oder an den Beinen zu verhindern.


Primar Dr. Wolfgang Wandschneider ist Facharzt für Allgemein-Chirurgie, Herzchirurgie, Thoraxchirurgie und Gefäßchirurgie. Er ist Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie.


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