Bariatrische Chirurgie reduziert Gewicht
Internationale Richtlinien zeigen, welche Erfolge erzielt und welche Risiken vermieden werden können
Wien 2013-01-22. „In den Händen von Experten ist sie oftmals die letzte Chance, die Krankheit Übergewicht (morbide Adipositas, Anm.) wirkungsvoll zu therapieren. Davon sind vor allem adipöse Diabetiker betroffen. Adipositas tritt häufig zusammen mit einer Reihe von Stoffwechselerkrankungen auf, die das sogenannte metabolische Syndrom bilden. Dazu gehören schwere Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz, Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) und schließlich Diabetes mellitus Typ 2. Diese Krankheiten gelten auch als kardiovaskuläre Risikofaktoren und begünstigen so die Entwicklung von arteriosklerotischen, kardiovaskulären Krankheiten. Herzinfarkt und Schlaganfall können letale Folgen sein“, erklärt Univ.Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Diabetes Spezialist und Facharzt für Innere Medizin von der medizinischen Universitätsklinik Wien.

Als krankhaftes Übergewicht wird die Vermehrung des Körperfettanteils auf über das Doppelte des Körpergewichts bezeichnet. Häufig haben die betroffenen Patienten eine lange Leidensgeschichte mit mehreren erfolglosen Versuchen, Gewicht zu verlieren, hinter sich.

„Die Folgeschäden dieses unbehandelten Übergewichts sind höchst gesundheitsschädigend. Zudem erzeugen die zusätzlichen Kilos hohe Therapiekosten im Gesundheitssystem, darüber hinaus leiden die Betroffenen unter fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz, was zu einem Teufelskreis aus sozialer Vereinsamung und Depression führen kann“, erklärt Univ.Prof. Dr. Gerhard Prager, Facharzt für Chirurgie von der medizinischen Universitätsklinik Wien.

In Österreich wurde zwischen Jänner 2011 und Dezember 2012 an ca. 5.000 PatientInnen ein bariatrischer Eingriff durchgeführt. Einige bariatrische Operationen wirken restriktiv, sie verkleinern das Magenvolumen und beschränken so die Nahrungsaufnahme: Der Patient kann weniger essen und so sein Übergewicht kontrollieren. Andere Operationen werden malapsorptiv genannt.; bei diesen wird die Resorption von Nährstoffen und damit auch von Kalorien reduziert. Mit den meisten bariatrischen Operationen ist es möglich, innerhalb eines Jahres die Hälfte des Übergewichts zu verlieren.

Die metabolische Chirurgie bietet den betroffenen Patienten eine Chance, in dem sie eine deutliche Verbesserung des Diabetes mellitus Typ 2, der Dyslipidämie und der Insulinresistenz  herbeiführen kann. Oftmals wird sogar bei diabeteischen Patienten Typ 2 die antidiabetische Therapie nach der Operation reduziert bzw. abgesetzt. „Es ist mitunter eine Reduktion von hohen Insulindosen auf Null möglich. Parallel zur Gewichtsreduktion kommt es zu einer Verbesserung der Hypertonie und Dyslipidämie“, führt Univ.Prof. Dr. Ludvik als Argument an.

Nach internationalen Richtlinien wird die bariatrische Chirurgie bei Patienten mit einem BMI > 40 kg/m2 eingesetzt oder bei Patienten mit einem BMI zwischen 35 und 40 kg/m2 und dem Vorliegen einer Begleiterkrankung wie etwa Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck.

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