Radikaler Gewichtsverlust: Wohin mit zu viel Haut? Die Folgen von Magenbypass & Co. haben einen starken Trend zur postbariatrischen Chirurgie ausgelöst

Pressemeldung 01.06.2011
 

Rascher, starker Gewichtsverlust führt nicht automatisch zu ästhetisch ansprechenderen Körperformen. So positiv sich massives Abspecken auf die Gesundheit von Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Gelenken auswirkt, so enttäuschend sind oft die optischen Effekte. Denn die durch jahrelanges, markantes Übergewicht stark gedehnte Haut schafft es nach dem Abnehmen zumeist nicht mehr, sich den neuen Volumenverhältnissen anzupassen. Dadurch können zur Entzündung neigende oder Bewegung und Optik beeinträchtigende Hautüberschüsse an Bauch, Gesäß und Brust, Oberarmen und -schenkeln entstehen.

 

Stört die überdehnte, herunterhängende Haut, muss sie chirurgisch entfernt werden. Die starke Zunahme an Adipositas-Operationen (Magenband, Magenverkleinerung, Magenbypass, etc.), welche relativ rasche Gewichtsreduktionen von 40-60 kg und auch mehr ermöglichen, hat einen Boom für straffende, die Kontur verbessernde Eingriffe (postbariatrische Operationen) ausgelöst. Brust-, Oberarm- und Oberschenkelstraffungen, auch bei altersbedingtem Elastizitätsverlust eingesetzt, haben sich daher in den letzten 8 Jahren vervielfacht.

 

Voraussetzungen müssen stimmen

 

Dazu kommt eine Reihe neuer Techniken: „Herabhängende Haut an Oberschenkeln, Bauch und Gesäß kann heute bereits im Rahmen einer Operation, dem so genannten Bodylift, korrigiert werden", weiß Prim. Dr. Thomas Hintringer, Vorstandsmitglied der Österr. Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. „Im Vergleich zu einzelnen Straffungsoperationen hat der Bodylift den großen Vorteil, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Arealen wesentlich fließender und harmonischer gestaltbar sind", berichtet Dr. Hugo Benito Kitzinger von der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der Medizinischen Universität Wien.

 

Voraussetzungen für einen Straffungseingriff seien, so die Experten, ein stabiles Gewicht über 6 Monate, ein maximaler BMI von 35 sowie ein adäquat eingestellter Stoffwechsel. Über die Kostenübernahme entscheidet die Krankenkasse im individuellen Fall.

 

Kein Eingriff im Vorbeigehen

 

„Vor einem derartigen Eingriff muss mit dem Patienten offen über Erwartungshaltung und individuelle Machbarkeit gesprochen werden", gibt Prim. Hintringer zu bedenken. Denn großräumige Straffungsoperationen wie etwa der Bodylift bedeuten eine mehrstündige Vollnarkose und einen mindestens 8-10-tägigen Klinikaufenthalt. Bei etwaigen Zusatzerkrankungen gilt es, Für und Wider eines Eingriffs sehr individuell abzuwiegen. „Im Vergleich zu anderen operativen Eingriffen bergen Operationen zur Körperstraffung ein durchaus erhöhtes Risiko für Nachblutungen und Wundheilungsstörungen", erklärt Primaria Univ.-Prof. Dr. Maria Deutinger, ästhetisch-plastische Chirurgin an der Wiener Rudolfstiftung. Aufgrund der vorangegangen Magenverkleinerungs- oder Magenbypass-Operation kann es beim Straffungseingriff zu Resorptionsstörungen und zu Mangelernährung kommen. Maria Deutinger: „Diese, aber auch Rauchen können das Risiko einer Wundheilungsstörung heben."

 

Operation erfordert erfahrenen Facharzt

 

Mit dem Entfernen des überschüssigen Fettgewebes allein ist es aber oft nicht getan. Postbariatrische Operationen wie Brust-, Oberarm-, Oberschenkelstraffungen oder Bodylift sind anspruchsvolle plastisch-chirurgische Eingriffe, die einen qualifizierten Facharzt mit viel Erfahrung und ästhetischem Einfühlungsvermögen benötigen. „Um ein optisch wirklich gutes Ergebnis zu erzielen, muss bei Oberarmen in den meisten Fällen auch das abgesunkene Gewebe angehoben werden", führt Univ.-Prof. Dr. Edvin Turkof als Beispiel an. Auch bei Oberschenkelstraffungen sei vieles zu beachten, um etwa die Schamregion nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, gibt der Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie zu bedenken. Er publizierte kürzlich eine Reihe informativer Bücher für Patienten zu Themen wie Bruststraffung, Bodylift und Oberschenkel-/Oberarmstraffungen.

 

Der Weg zum ästhetisch ansprechenden Körper kann also lang sein. Aber er lohnt sich in den meisten Fällen. „Mit keiner anderen Therapie verlieren adipöse Menschen so schnell an Gewicht und normalisieren so rasch und nachhaltig Blutdruck, Fett- und Zuckerstoffwechsel wie mittels Magenband, Magenverkleinerung oder Magenbypass", erklärt der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Adipositas-Chirurgie, Prim. Univ.-Doz. Dr. Karl Miller vom  Krankenhaus Hallein. Auch wenn danach noch eine plastisch-ästhetische Operation vonnöten sein sollte - „das Gesamtergebnis nach Adipositas- und konturverbessernden Operationen hebt laut Studien die Lebensqualität enorm", berichtet Dr. Kitzinger aus der Praxis. Für ihn sind Straffungsoperationen mehr als ein ästhetischer Eingriff, nämlich Rekonstruktion in ausgefeiltester Technik.

 

Die neuesten Erkenntnisse zu Adipositas-Operationen sowie zu plastisch-ästhetischen Folgeeingriffen sind Gegenstand mehrerer Sitzungen am 52. Österreichischen Chirurgenkongress (23. - 25. Juni in Wien).

 

Fotos: Prim. Univ.-Prof. Dr. Maria Deutinger, Prim. Dr. Thomas Hintringer, Univ.-Prof. Dr. Edvin Turkof (credits: alle privat), Dr. Hugo Benito Kitzinger

 

Foto: Vorher-/Nachher-Vergleich nach Oberschenkelstraffung: Credit Turkof

 

 


 

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Mag. Karin Hönig-Robier, Vilma Gurresch, MAS
T: 01-4702526, M: 0664-2125394,

 

 


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