Univ.-Prof. Dr. Karl Siegfried GLASER

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LEBENSLAUF
und Beschreibung der postpromotionellen Tätigkeit

Ich, Karl Siegfried Glaser, wurde am 19. Oktober 1956 in Dornbirn, Vorarlberg, geboren. Nach Absolvierung der Gymnasialzeit in der Stadt Salzburg begann ich das Medizinstudium in Innsbruck im Jahre 1975 und wurde am 31. Oktober 1981 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Im Dezember 1981 bekam ich eine halbjährliche Landesstelle an der Univ.-Klinik für Anästhesiologie, seit 1. Juni 1982 war ich als Universitätsassistent an der II. Univ.-Klinik für Chirurgie tätig. Im Rahmen meiner chirurgischen Ausbildung absolvierte ich die geforderten Gegenfächer, verbrachte ein Semester an der Gefäßchirurgischen Abteilung der I. Univ.-Klinik für Chirurgie und hatte zusätzlich Gelegenheit im Rahmen der Gegenfachausbildung in interner Medizin an der Gastroenterologischen Ambulanz eine spezielle Ausbildung in Gastroenterologie (einschließlich Gastroskopie und Ultraschalldiagnostik) zu erhalten. Am 22. Juni 1988 erhielt ich die Facharztzuerkennung. Seither war ich als stationsführender Oberarzt tätig und im Oberarztjournaldienst eingeteilt, zunächst unter Aufsicht eines erfahrenen Oberarztes, seit Dezember 1989 eigenverantwortlich. Seit 1992 war ich im definitiven Dienstverhältnis des Bundes angestellt (Amtstitel Ass.-Prof., seit Oktober 1997 Amtstitel a.o. Univ.-Prof.). Im Dezember 1994 habilitierte ich im Fach Chirurgie an der Medizinischen Fakultät Innsbruck mit dem Thema „Die Bedeutung der Sonografie in der Allgemeinchirurgie – spezielle Aspekte“. Von Februar 1994 bis Februar 1995 hatte ich die Gelegenheit zu einer spezifisch thoraxchirurgischen Ausbildung unter Prof. Dr. G. M. Salzer an der Abteilung für Thoraxchirurgie, weiters verbrachte ich im Jahre 1996 ein zusätzliches Semester an der Gefäßchirurgischen Abteilung bei Prof. Dr. S. Weimann. Seit Oktober 1997 auf eigenen Wunsch Zusatzausbildung an der Klinischen Abteilung für Transplantationschirurgie unter Univ.-Prof. Dr. R. Margreiter. Studienaufenthalt als „Visiting professor“ an der Mayo Clinic Jacksonville unter Professor und „Chairman“ R. A. Hinder von März bis Ende Mai 1998.

Klinische Tätigkeit

Meine klinische Tätigkeit erstreckte sich einerseits auf die Arbeit an den verschiedenen Bettenstationen und der allgemeinchirurgischen Ambulanz sowie auf entsprechende mittlere und große chirurgische Eingriffe, wobei einer meiner Schwerpunkte im Bereich der hepato-pancreatobiliären Chirurgie liegt. Dazu gehörte selbstverständlich auch, dass ich im Rahmen der Ausbildung jüngeren Kollegen entsprechende Eingriffe assistierte. Einen weiteren Schwerpunkt stellte die laparoskopische Chirurgie dar, wobei ich mich neben den bereits als Routineeingriffe gesehenen Herniotomien oder Cholecystektomien mit laparoskopischen Antireflux-Operationen (Nissen Fundoplication, Toupet Plastik) beschäftigte. Der präoperativen Diagnostik (Motilitäts- und Säuremessung im Bereich der Speiseröhre) kommt in der richtigen Indikationsstellung besondere Bedeutung zu.

Seit meinem Antritt als Vorstand der Chirurgischen Abteilung des Kaiserin Elisabeth-Spitales im September 1998 wurde von mir ein Labor für ösophageale Funktionsdiagnostik, nämlich Manometrie und PH-Metrie der Speiseröhre, an der Endoskopischen Ambulanz des Kaiserin Elisabeth-Spitales aufgebaut. Intraoperative und laparoskopische Ultraschalluntersuchungen werden nach Anschaffung eines entsprechenden Gerätes auch am Kaiserin Elisabeth-Spital von mir durchgeführt. Auf diese Weise ist eine genaue Stadieneinteilung der intraabdominellen Tumorerkrankungen möglich und es könnten den Patienten unnötige Laparotomien erspart werden.

Das Gebiet der diagnostischen und interventionellen Sonografie betreute ich an der Chirurgischen Univ.-Klinik hauptverantwortlich. Im Jahre 1988 bekam ich von der Österreichischen Gesellschaft für Ultraschall die Ausbildungsberechtigung für Ultraschalldiagnostik zuerkannt und bin seit Jänner 1989 Mitglied der Tiroler Ausbildungskommission für Ultraschalldiagnostik. Seither war ich auch für die sonografische Ausbildung der Assistenzärzte unserer Klinik zuständig, die bei einer durchschnittlichen Untersuchungsanzahl von 3.500 Patienten im Jahr durchaus gewährleistet war.

Auf meine Initiative hin wurde im Jahre 1990 die transrektale Sonografie in Zusammenarbeit mit der Gastroenterologischen Ambulanz der Medizinischen Klinik eingeführt, welche für die präoperative Abklärung von Rektumkarzinomen, aber auch die postoperative Verlaufskontrolle nach Rektumresektion unabkömmlich ist. Regelmäßig führte ich intraoperative Ultrschalluntersuchungen durch, die bei der Beurteilung der Resektabilität von Lebermetastasen oder Primärtumoren des Pankreas eine wertvolle Bereicherung der chirurgischen Diagnostik bedeuten. Um die sonografische Diagnostik auf einem internationalen Standard zu halten, habe ich mich für den Aufbau einer sonografischen Ambulanz besonders eingesetzt. Auf mehrere Anträge hin wurde uns für das Jahr 1992 aus Bundes- und Landesmitteln die Anschaffung eines hochmodernen Ultraschallgerätes bewilligt und 1994 auch durchgeführt. Dieses Gerät bietet die Möglichkeit der endosonografischen Untersuchung des Rektums und der laparoskopisch-sonografischen Beurteilung der Abdominalorgane und damit neue klinische Anwendungsgebiete.

Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, den gesamten Bereich der diagnostischen und interventionellen Endoskopie zu erlernen (ERCP, Papillotomie, Polypektomie, Notfallendoskopie mit Sklerosierung, etc.) und führe diese speziellen Untersuchungstechniken im Rahmen meiner klinischen Tätigkeit nach wie vor durch.

In Abwesenheit des Klinikvorstandes oblag mir stellvertretend die Leitung der Klinischen Abteilung für Allgemeinchirurgie der Universität Innsbruck.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Wissenschaftlich beschäftigte ich mich in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. E. Bodner mit intraoperativen Bestrahlungen (IORT) von Pankreasmalignomen. Diese Technik der chirurgischen Onkologie wurde von mir im Jahre 1984 nach einem mehrwöchigen Studienaufenthalt in Massachusetts, General Hospital, Boston USA (Harvard Medical School) an unserer Klinik eingeführt. Nach Etablierung dieser Methode wurde im September 1988 unter unserer Leitung das 2. internationale Symposium über intraoperative Bestrahlungen in Innsbruck abgehalten, das ein beträchtliches nationales aber auch internationales Interesse erregte. Über fast 10 Jahre lag der wissenschaftliche Schwerpunkt auf diesem Gebiet in der Durchführung von adjuvanten Bestrahlungen bei Whippl`schen Radikaloperationen zur Verhinderung von Lokalrezidiv und intraoperativen Zellstreuungen. Unsere diesbezüglichen Erfahrungen boten ausreichend Möglichkeiten zu internationalen Kooperationen etwa als Mitglied des Scientific Commitee der IORT Symposien in Kyoto 1990, München 1992, Lyon 1994 und San Francisco 1996. Weiters wurde ein Studienprotokoll zur Beurteilung der Wertigkeit der IORT beim Magenkarzinom fertiggestellt, welches von der EORTC (European Organisation of Research and Treatment of Cancer) bewilligt wurde.

Die genaue Abklärung der Lokalisation der Entstehung von Lokalrezidiven nach Pankreasresektionen hat zu einer Änderung der Operationstaktik im Sinne einer modifizierten regionalen Pankreatektomie mit ausgedehnter Lymphknotendissektion, besonders an der Mesenterialwurzel, geführt. Diese Operationstechnik wurde in diversen Lehrbänden publiziert und ist auch als Videofilm verfügbar. Die von uns erzielten Ergebnisse beim duktalen Pankreaskarzinom gehören zwischenzeitlich weltweit zu den Besten.
Weiters interessieren mich Fragen über die Tumormorphologie beim Pankreaskarzinom (DNA-Gehalt von Tumorschnitten, aber auch von zytologischem Material) und ihre mögliche Auswirkung auf Lymphknotenbesiedelung, Operationstechnik und Überlebenszeit. Das Fernziel besteht in der Analyse von Prognosefaktoren, die präoperativ Informationen über das biologische Verhalten eines Karzinoms geben und somit eine individuelle multimodale Therapieplanung erlauben.

In Kombination meiner klinischen Schwerpunkte Onkologie und Sonografie beschäftige ich mich seit mehreren Jahren mit der Anwendung der laparoskopischen Sonografie im präoperativen Staging von gastrointestinalen Malignomen. In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Theoretische Chirurgie und der Univ.-Klinik für Radiodiagnostik wurde das Konzept für zwei Studien zur Bewertung der laparoskopischen Sonografie bei Pankreas-, Colon- und Magenkarzinom entworfen. Die Protokolle wurden von der Ethikkommission der Universität Innsbruck bewilligt und die Studien sind inzwischen angelaufen. Auf dieser Ebene besteht eine enge Kooperation mit der Mayo Clinic in Jacksonville, Florida, welche unser Studienprotokoll übernommen hat und als kooperatives Zentrum an der Studie teilnimmt. Parallel dazu laufen mehrere Studien, die sich mit der Pathophysiologie der ösophagealen Refluxkrankheit und dem Ergebnis der Antirefluxplastik beschäftigen. In diesem Zusammenhang betreute ich einen Dissertanten der Universitätsklinik Freiburg.

Im Rahmen einer Evaluierung der Forschung an unserer Klinik wurde mir von Univ.-Prof. Dr. E. Bodner die Koordination der wissenschaftlichen Aktivitäten übertragen. Seit Juni 1995 finden in zweiwöchigen Abständen Wissenschaftsseminare statt. Probleme der Studienkoordination, interne wissenschaftliche und klinische Fortbildung, Publikations- und Vortragsplanung sowie klinikorganisatorische Belange sind regelmäßige Themen dieser zweistündigen Besprechung. In diesem Zeitraum wurden 8 großteils randomisierte Studien initiiert und von der Ethikkommission genehmigt. Eine davon ist bereits abgeschlossen, die anderen Projekte befinden sich noch in der Rekrutierungsphase.

Von April 1995 bis April 1996 besuchte ich den internationalen Hochschul-managementkurs der Universität Innsbruck, der in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Unternehmensberatung und der Tiroler Landeskrankenan-  stalten GesmbH organisiert wurde.

Seit Jänner 1992 war ich zunächst Assistent Editor der Zeitschrift „Chirurgische Gastroenterologie“, Karger Verlag, seit 1997 bin ich in der Schriftleitung dieser Zeitschrift.

Seit Oktober 1997 war ich im Rahmen der internen Rotation auf eigenen Wunsch an der Klinischen Abteilung für Transplantationschirurgie tätig (Leiter: Univ.-Prof. Dr. R. Margreiter). Dort hatte ich reichlich Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeit bei Leber-, Nieren- und Pankreastransplantationen, fallweise auch bei sog. Clustertrans-plantationen sowie beim postoperativen Management der Transplantationspatienten.

Im Rahmen des Studienaufenthaltes an der Mayo Clinic in Jacksonville hatte ich auch Gelegenheit an der Transplantationsabteilung von Prof. Jeff Steers mitzuarbeiten (Assistenz bei Lebertransplantationen und Organentnahmen).

1999 Aufnahme in das Verzeichnis BestDoctors International (Beste Ärzte in Österreich).

Lehrtätigkeit
Von 1987 an habe ich mehrere Jahre lang die Lehrveranstaltung „Chirurgische Naht- und Knüpftechnik“ an der Anatomie mitbetreut und habe von 1987 bis 1989 die Vorlesung „Ultraschall in der chirurgischen Akutdiagnostik“ zusammen mit Doz. Dr. Aufschnaiter abgehalten, seit Erhalt meiner Lehrbefugnis führte ich die Vorlesung alleine. Wie alle Assistenten an der Klinik war ich auch mit der Durchführung chirurgischer Praktika betraut, fallweise mit Vorlesungen im Rahmen der Ausbildung des Schwestern- und Pflegepersonals, Dissertantenbetreuung (Universität Freiburg).

Juni 1995: II. Chirurgische Abteilung, LKH-Univ.-Kliniken Graz
Juni 1996: Chirurgische Abteilung des LKH Klagenfurt
Jänner 1997: KH Rudolfstiftung, Wien
Seit September 1998: Vorstand der Chirurgischen Abteilung im Kaiserin
Elisabeth-Spital. In dieser Zeit Stationsrenovierungen und Fertigstellung des OP-Neubaues.
Seit März 2004 Vorstand der 2. Chirurgischen Abteilung des Wilhelminenspitales der Stadt Wien


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