48. Österreichischer Chirurgenkongress

Österreichische Gesellschaft für Chirurgie und assoziierte Fachgesellschaften

07. - 09.07.2007 

Kongressprogramm (PDF)  

Ort: Graz, Stadthalle

Leitthema: "...aus der Tradition offen für das Neue"

Kongresspräsident/wissenschaftliche Leitung:
o. Univ. Prof. Dr. H.J. Mischinger
Universitätsklinik für Chirurgie

Kongress-Sekretäre:
Ass. Prof. Dr. G. Werkgartner
a.o. Prof. Dr. P. Kohek
a.o. Prof. Dr. H. Hauser

Kongressorganisation:
Wiener Medizinische Akademie
Bianca Theuer
Alser Strasse 4
A – 1090 Wien
bianca.theuer@medacad.org
Tel: +43-1-405 13 83 12
Fax: +43-1-407 82 74

 
48kongress
 
 
  „Tradition ist eine Laterne, der Unwissende hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ (George Bernard Shaw 26.07.1856 - 02.11.1950)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! 

Das Motto des diesjährigen Kongresses „…aus der Tradition offen für das Neue“implementiertBegriffe wie Aufgeschlossenheit und Toleranz, versehen mit dem Attribut einer sorgfältigen Zurückhaltung, um sich mit Neuem kritisch auseinandersetzen zu können. Der Gewinn liegt nicht in der Nachahmung von Tradition sondern in der sachgerechten Auseinandersetzung mit ihr und den immer komplexer werdenden Entwicklungen, woraus innovatives chirurgisches Denken und Handeln resultieren sollte, das sich auf die derzeit gültigen Standards bezieht. 

Die Hauptthemen und Kernpunkte des diesjährigen wissenschaftlichen Programms beschäftigten sich mit strukturellen Veränderungen im Gesundheitssystem in Anbetracht ökonomischer und gesellschaftspolitischer Entwicklungen, die nicht nur die Krankenhauslandschaft und Stellung der Medizinischen Universitäten sondern auch die zukünftige Fort -und Weiterbildung beeinflussen und damit auch neue Perspektiven einer chirurgischen Laufbahn eröffnen.

In den Vorträgen und Diskussionen zu diesen Themen kam klar zum Ausdruck, dass diese Entwicklungen mit all ihren ungelösten Fragen in den wesentlichen Punkten der Problematik deutscher und schweizer Strukturkonzepte gleichen. Aber nicht nur die gemeinsamen Problemstellungen sondern auch die fruchtbringenden Diskussionen während der verschiedenen wissenschaftlichen Sitzungen reflektierten die enge Verbindung zwischen den Gesellschaften. 

Zur Vorbereitung dieses Themenkomplexes wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie zwischen November 2006 und dem Österreichischen Chirurgenkongress 2007 eine Online-Umfrage durchgeführt. Dabei wurden die derzeitigen Arbeitsbedingungen und die Arbeitszufriedenheit hinterfragt. Insgesamt konnten 667 Fragebögen ausgewertet werden. Alle Bundesländer waren gut vertreten und die Beteiligung von Standard-, Schwerpunkt- und Zentralkrankenhäusern war mit jeweils ungefähr einem Drittel sehr gleichmäßig verteilt. Ebenso waren alle chirurgischen Fachdisziplinen repräsentiert und etwa 20% gaben an, in Ausbildung zu einem chirurgischen Fach zu stehen. Mehr als die Hälfte der Befragten (55%) war mit dem Arbeitgeber (Krankenhausträger) nicht zufrieden, 67% bezeichneten den von ihnen zu leistenden Anteil an fachfremder Arbeit als zu hoch, wobei der Dokumentationsaufwand von der Mehrheit mit etwa einem Drittel der Arbeitszeit angegeben wurde. Dringender Nachhol- und Verbesserungsbedarf zeigte sich vor allem auch bei der Überstundenabgeltung, der Realisierbarkeit von Inanspruchnahme der Ausgleichszeiten nach Nachtdiensten und bei der Ausbildungssituation. Dennoch sieht die Mehrheit die Chirurgie als Beruf mit Zukunft, zumindest wenn klare Verbesserungen erfolgen, und 81% der Befragten würden diesen Beruf wieder ergreifen, wenn sie noch einmal die Wahl hätten. Erste Ergebnisse wurden beim Österreichischen Chirurgenkongress präsentiert, eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten ist in Arbeit.

Weitere Themen widmeten sich der interdisziplinären Kooperation v. a. in der Onkologie, wobei Synergien für die zeitgemäße Patientenversorgung evaluiert und diskutiert wurden.

Zu den Highlights zählten die Keynote-Lectures von Prof. Blumgart („Liver surgery today and tomorrow“) und Prof. Schumpelick („Hernienchirurgie“). 

Insgesamt wurden im Rahmen des 48. Österreichischen Chirurgenkongresses, als größte Fachtagung des Jahres, 60 wissenschaftliche Sitzungen mit 409 Vorträgen unter hohem Publikumsinteresse erfolgreich abgehalten.

Die Programmgestaltung wurde wesentlich durch die 22 assoziierten Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften der ÖGC mitgetragen, wobei wir uns an dieser Stelle bei allen Vorsitzenden für ihr Engagement bedanken möchten. Auch ist es heuer gelungen, den Pflegekongress vollständig einzubinden und somit den Wissensaustausch mit den Vertretern des Evidence based nursing in gemeinsamen Sitzungen zu vertiefen. 

Erstmals wurde in Graz der Österreichische Chirurgenkongress im Messecenter durchgeführt, welches der Veranstaltung einen großzügigen Rahmen verlieh. Nicht nur das angenehme Ambiente des Veranstaltungsortes und die fast schon traditionell schönen Wetterbedingungen, sondern vor allem die hervorragenden wissenschaftlichen Beiträge und regen Diskussionen haben zu einer allgemein äußerst guten Stimmung beigetragen. 

Rund eintausend Kolleginnen und Kollegen fanden die Möglichkeit sich über neueste Behandlungsmethoden, ökonomische und gesellschaftspolitische Entwicklungen zu informieren und zu diskutieren. Naturgemäß stellten die österreichischen Kolleginnen und Kollegen aus allen 9 Bundesländern das Gros der Teilnehmer. Wie der Besucherstatistik zu entnehmen ist hat die Veranstaltung auch eine hohe Besucherzahl, nicht nur aus dem deutschsprachigen Ausland nach Graz gelockt. Zusätzlich haben ca. 160 Vertreter der Industrie ebenfalls zu einem informativen Wissensaustausch beigetragen.

   
 

Im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung wurden Prof.Dr.Leslie H. Blumgart, Memorial Sloan Kettering Cancer Center New York, Prof.Dr.Dr.h.c. Friedrich-Wilhelm Schildberg, Emeritus Chirurgische Klinik und Poliklinik Großhadern München, und Prof.Dr.Dr.h.c. Volker Schumpelick, Universitätsklinikum Aachen, zu neuen Ehrenmitgliedern der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie ernannt. Mit dieser Ehrung sind namhafte Persönlichkeiten mit internationaler Reputation auf dem Gebiet der Chirurgie ausgezeichnet worden, die sich durch ihr kontinuierliches Engagement für innovative wissenschaftliche und klinische Leistungen, vor allem in der Allgemein- bzw. Viszeralchirurgie besonders verdient gemacht haben. 

             

Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie hat noch nie zuvor so viele Preisgelder für wissenschaftliche Forschung ausgeschüttet. Insgesamt gelangten € 29.000.- zur Auszahlung.

Die Gesellschaft gratuliert nochmals den Preisträgern:

Den Theodor-Billroth-Preis 2007 der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie teilten sich die Kollegen Priv.Doz.Dr. Thomas Bachleitner-Hofmann, Univ.Prof.Dr. Elfriede Ruttmann-Ulmer und Univ.Prof.Dr.Martin J. Schindl. Als zweitbeste Publikationen wurden die Arbeiten von Priv.Doz.Dr. Björn Brücher und Univ.Doz.Dr. Lars-Peter Kamolz bewertet. Mit dem 3. Platz wurde Dr.Babak Sobhian ausgezeichnet.

Den ACO–ASSO Preis 2007 erhielt Univ.Prof.Dr. Sebastian Schoppmann. Der Vortragspreis der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Forschung wurde an Frau c.m.Ute Bauer und Dr. Wolfgang Dietl verliehen. Der Poster-Preis des 48.Österreichischen Chirurgenkongresses erging an Dr.H.T.Maier. Der AMIC-Preis 2007 ging an Frau OA Dr.Gisela Malekpour.

Nicht unerwähnt sollten die Festveranstaltungen des 48. Österreichischen Chirurgenkongresses bleiben. Der Galaabend in den Kasematten des Grazer Schlossberges wurde zu einem Fest der Sinne. Zu den kulinarischen Genüssen gesellte sich humoristisch unterhaltsame Pantomime der international renommierten Gruppe Flöz, Lesungen und Anekdoten vorgetragen vom bekannten Schauspieler und Kabarettisten Ernst Prassel, musikalische Darbietungen auf hohem Niveau von der Gruppe Netnakisum und unserem Klinikchor.

Die Schlussveranstaltung wurde durch den Festvortrag von Univ.Prof.Dr.Lutz Braun aus Detmold mit dem Titel „ …aus der Tradition offen für das Neue! Was bedeutet diese Aufforderung für das Patienten – Arzt – Verhältnis heute und morgen? “ ausgezeichnet.

Die Organisation eines Kongresses dieses Ausmaßes wäre ohne Unterstützung durch Sponsoren, eine Industrieausstellung und Satellitensymposien nicht durchführbar. Wir möchten uns an dieser Stelle im Namen der Gesellschaft für die Großzügigkeit der unterstützenden Firmen bedanken. Großer Dank gebührt auch den beiden weiteren Kongresssekretären ao.Univ.Prof.Dr.Peter Kohek und ao.Univ.Prof.Dr.Hubert Hauser, unserer Frau Sigrid Ecker im Sekretariat der ÖGC, Frau Bianca Theuer (WMA) sowie dem Generalsekretär der ÖGC Univ.Prof.Dr. Rudolf Roka. Zu guter Letzt möchten wir uns auch bei der Vielzahl von Helfern, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben, herzlich bedanken.

 o.Univ.Prof.Dr.Hans-Jörg Mischinger (Präsident der ÖGC 2006/07)
Ass.Prof.Dr.Georg Werkgartner (Kongresssekretär)

Universitätsklinik für Chirurgie
Klin. Abteilung für Allgemeinchirurgie
Auenbruggerplatz 29
A-8036 Graz

 


zurück